Grundstückskauf ohne Folgekosten

Grundstückskauf ohne Folgekosten

Auch ein Grundstückskauf kann versteckte Kosten haben, die auf den ersten Blick gar nicht in der Kaufkalkulation enthalten sind, das ein böses Erwachen geben kann. Besonders in den neuen Bundesländern ist es möglich, dass Erschließungskosten für Straßen- oder Kanalanbindung plötzlich anfallen, da die Infrastruktur noch nicht so umfangreich wie in den alten Bundesländern ausgebaut ist.

Bei der Erschließung eines Neubaugebietes werden ebenfalls Kosten fällig, welche im vollen Umfang nicht absehbar sind und meistens durch den Verkäufer zu niedrig angesetzt werden. In den alten Bundesländern kommen gegebenenfalls Kosten für die Erneuerungen der Kanalsysteme inklusive eines neuen Straßenbelags auf Sie zu. Der Haken an den Erschließungskosten sind die anliegenden Parteien und die Grundstücksgröße.

Normalerweise wird der Eigenanteil an diesen Kosten anteilmäßig auf die Anzahl der Anlieger und deren Grundstücksgröße umgelegt. Bei Neuerschließungen mehrerer Areale ist nicht absehbar, wie viele Grundstücke tatsächlich verkauft werden. Also lassen Sie die möglichen Unkosten in einer Maximalhöhe bei dem Kaufpreis einkalkulieren. Fällt die Summe dann doch niedriger aus, so ist das eine angenehme Überraschung.

Zu den Erschließungskosten gehört auch eine Entwässerung des Grundstücks, beispielsweise bei einem hohen Grundwasserspiegel. Fragen Sie beim Bauamt nach, wie hoch der Grundwasserspiegel für ihr Grundstück ist und ob es Überschwemmungen gegeben hat, die ihr Grundstück betroffen hat.

Ist das Grundstück mit Bäumen bepflanzt, dann ist es im Bereich des Möglichen, dass Ihnen Kosten für das Fällen von kranken Bäumen entstehen können. Besonders dann, wenn der zu fällende Baum ein Gebäude oder eine öffentliche Straße bedroht. Lassen Sie sich die Höchstkosten für das Fällen durch das Bauamt schriftlich mitteilen.

 

  • Tipp 1: Werden Sie stilles Mitglied in der örtlichen freiwilligen Feuerwehr, dann wird das Baumfällen günstig und als eine Übung verbucht. Ein Kasten Bier oder 50 € für die Vereinskasse sind weitaus günstiger, als eventuell 2000 € für das Fällen eines Baumes.
  • Tipp 2: Seien Sie clever und lassen Sie die Erschließungskosten festschreiben. So kann der Erschließungsträger maximal mit 20% der fälligen Kosten über den Kostenvoranschlag gehen. Berechnen Sie diese 20% mit ein, dann sind Sie auf der sicheren Seite.
  • Tipp 3: Gehen Sie zur zuständigen Gemeinde und fragen Sie nach öffentlichen Bauvorhaben, die Ihr Grundstück auch betreffen könnten. In der Diskussion befindliche Pläne können Sie dort einsehen. Das sind Baupläne, die in der Vorbereitung sind und zur öffentlichen Diskussion stehen. Zu 99% gehen diese Bauvorhaben dann in die Planung, das bedeutet: die Vorhaben werden letztlich realisiert und Sie müssen diese Kosten für die nächste Zeit einplanen.
  • Tipp 4: Es ist auch möglich, dass Eigenleistungen bei Erschließung erbracht werden können. Das kann man auf dem Bauamt erfragen, ebenso wie die Art und Bemessungshöhe der Eigenleistungen.
  • Tipp 5: Anschlusskosten durch die Gemeinde können auf Antrag gestundet oder in Raten gezahlt werden. Diesen Antrag sollten Sie rechtzeitig und vor allem schriftlich stellen, denn sonst droht die Pfändung oder die Zwangsversteigerung des Grundstücks.